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Bericht über Autofahren und andere Erlebnisse in Qatar (Dezember 2005) von Heino Krause


Bericht über Autofahren und andere Erlebnisse
 

Eigentlich sollte das ein Bericht über SLK-Fahren in Doha werden, analog zu dem über SLK-Fahren in Dubai (http://www.mbslk.com/files/artikel/dubaireport.pdf). Ich hatte auch einen Mittler in Doha beauftragt, den Wagen zu besorgen. Er sagte aber schon bei der Bestellung, dass das vermutlich schwieriger sei, als in Deutschland ein Kamel zu ordern. Ich machte mir also (wie sich dann herausstellte zu Recht) keine große Hoffnungen.
Unsere siebte Tour an den Arabischen Golf, die meine Frau Silvia und mich sonst immer nach Dubai in die Vereinigten Arabischen Emirate führten, begann zunächst im eigenen SLK auf dem Weg zum Flughafen Berlin-Tegel. Sicher und preiswert geparkt wurde der Wagen bei einem ehemaligen Berliner SLK-Fahrer, der seinen Roadster verkauft hatte, um eben diesen Parkplatz am Airport zu betreiben. Respekt!

Bereits unser Hinflug hatte den Reiz des Besonderen. Am 15.Dezember 2005 eröffnete Qatar Airways die Direktverbindung Berlin – Doha und wir waren Gäste an Bord des Jungfernfluges. Qatar Airways war mit dieser Relation dem Konkurrenten Emirates aus Dubai eine Nasenlänge voraus gewesen.  
Beim Blick in das Inflight-Magazin der Qatar Airways war dann gleich wieder SLK-Bezug hergestellt. Sobald man im Duty Free Waren im Wert von 200.- US$ kauft, nimmt man automatisch an der Verlosung eines SLK teil.

 
Der Flughafen von Doha erinnert eher an Berlin Schönefeld oder Hahn als an ein internationales Drehkreuz. Kaum zu glauben, dass hier in Kürze A380 abgefertigt werden. Von der Außenposition fahren die Gäste der höheren Klassen nach der Landung mit eigenem Shuttle (z.T. 7er BMW) ca. 500 m bis zur Abfertigung. An den (nur) drei Gepäckbändern treffen sich die Passagiere aller Klassen und die Crew wieder, so dass der besondere Transfer in den oberen Klassen keinen Vorteil bringt.
 

Der Mann von der Mietwagenfirma stand unübersehbar mit einem großen Schild im Ankunftsbereich des Airports. Die letzte Hoffnung auf einen SLK schmolz dahin, als er uns den Wagen zeigte: ein 4,3l Lexus. Der offenbar einzige verfügbarer Miet-SLK in Doha (ein roter 350er) sei an einen anderen Gast aus unserem Hotel vergeben.

Ehrlich gesagt, waren wir mit dem Lexus sehr zufrieden. Insbesondere der superleise aber bärenstarke V8-Motor hat es mir angetan. Dazu natürlich eine Topausstattung. Allerdings roch der Wagen etwas muffig. So als wenn vorherige Mieter hier im Auto ihrer Wasserpfeife geraucht haben.
 
Doha begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und knapp 30°C, ein Wetter das die ganze Woche anhielt. 
 
Doha ist einwohnermäßig nicht größer als Wuppertal, das Land Qatar flächenmäßig halb so groß wie Hessen. Im Auto lag keine Straßenkarte. Das war aber kein Problem, weil ich mir in Google Earth die Satellitenbilder der Tour zum Hotel gut eingeprägt hatte. Die Hinweisschilder zum Hotel findet man zumeist an den Ausfahrten aus den Roundabouts. Da muss man dann ggf. schnell reagieren. Unser Hotel Ritz-Carlton ist mit seinen 23 Stockwerken schon aus einigen Kilometern Entfernung gut auszumachen.
 
Gemeinerweise stand das Auto, das mir nicht gegönnt war, jeden Abend vor unserem Hotel.
 
Rein technisch bot sich dieser Mietwagen als Alternative, preislich aber keineswegs. Also blieb ich beim Lexus.
 
Die Art Auto zu fahren ist vergleichbar mit der überall am Golf: Hupen statt Blinken, Dösen oder Rasen, Halten im Kreisverkehr, Fußgänger auf den Schnellstraßen. Wenn man durch die Schule des Berufsverkehrs in deutschen Großstädten gegangen ist, hat man auch kein Problem im nahen Osten. Hier wie zu Hause kommen die Taxifahrer oft aus Pakistan oder Sri Lanka. 
 
Die Beschilderung ist überwiegend englisch und arabisch. Wenn die Beschilderung nur arabisch ist, kann man deren Bedeutung nur erahnen. Ich vermute mal, die Aufschrift hier heißt „Eingeschränkter Winterdienst“.
 
Die Bedeutung dieses Schildes ist mir schon klar. Das Kamel scheint aber noch zu rätseln.
 
Dieses Schild ist auch ziemlich exotisch.
 
Sehr angenehm im Vergleich zu Dubai ist der vergleichsweise ruhige Verkehr. Selbst in der Rushhour kommt es in Doha nicht zum Verkehrskollaps. Man kommt in vertretbarer Zeit von A nach B.

Statt ampelgeregelter Kreuzungen gibt es Roundabouts (Kreisverkehre) in großer Zahl. Zumeist geht es dreispurig rein und raus, ohne dass jemand blinkt. Was zunächst eine Herausforderung war, machte nach einiger Übung richtig Spaß. Vor allem, wenn man wie wir mit 280PS unterwegs ist.
Weil unser Mietwagen mit fast leerem Tank übergeben wurde, führte der erste Weg zur Tankstelle. Volltanken für unter 15 EUR mit Fullservice. Davon träumt man zu Hause. Die Locals nennen das Inflation. Vor einem Jahr war das Benzin noch 25% günstiger zu haben.
Wie in anderen Metropolen am Arabischen Golf wird gebaut ohne Ende. Es entstehen eine künstliche Inseln, Hotels, Apartments, Freizeitzentren und Malls.
 
Die Versorgungsleitungen der Baustellen werden nicht wie bei uns mit aufwändigen Brückenkonstruktionen über die Straßen geführt. Sie werden selbst auf den Hauptverkehrsstraßen einfach über die Straße gelegt und notdürftig mit Stahlplatten abgedeckt. Die Beschilderung dieser Sprungschanzen ist eher nachlässig. Besitzer von tiefergelegten Fahrzeugen haben kaum eine Chance, die Hürde schadlos zu passieren.
 
Qatar gehört, gemessen am Bruttoinlandprodukt pro Kopf, zu den 10 reichsten Ländern der Welt. Es gibt auch Statistiken, die die 70% Ausländer aus der Pro-Kopf-Berechnung ausschließen. Dann steht der Qatar auf dem Siegerpodest.
Der größte Sportpalast der Welt (Aspire) ist vor wenigen Wochen im Beisein von Diego Maradona und Pelé eröffnet worden. Das weithin sichtbare Gebäude beinhaltet zwei Fußballfelder(!), Schwimmstadion, 200-Meter-Laufbahn, Kunstturnhalle und eine Halle für verschiedene Mannschaftsspiele. Man bemüht sich ganz besonders, dass Doha internationales Sportzentrum wird. Im Aspire sollen Nachwuchssportler aus aller Welt ausgebildet und zu Champions entwickelt werden. 2006 finden hier die Asienspiele statt. Generaldirektor des Aspire ist übrigens der Deutsche Dr. Thomas Flock, zuvor Leiter des Olympiastützpunktes Bayern. Ab 2007 sollen die German Open im Qatar angesiedelt werden. Offenbar ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Fußballbundesliga im zahlungskräftigen Ausland ausgetragen wird.
 
Das kleine Land Qatar ist international auch durch den hier ansässigen Nachrichtensender Al Jazeera bekannt geworden. Al Jazeera bezeichnet sich selbst als einzigen unabhängigen Fernsehsender im Nahen Osten. Die Bedeutung des Kanals ist nicht zu bestreiten – denkt man an den weltweiten Effekt, den die Ausstrahlung von Bin Ladens Videobotschaften hatten, oder daran, dass sich auch westliche Politiker bei Al Jazeera äußern, wenn sie ein arabischsprachiges Publikum erreichen wollen – jüngstes Beispiel: Gerhard Schröders Appell zur Freilassung von Susanne Osthoff.

Im Westen sind vor allem die Bildberichte von Osama bin Laden und Saddam Hussein in Erinnerung. In der arabischen Welt steht Al Jazeera als einer der wenigen TV-Kanäle, die nicht wie in den Nachbarländern der strengen Zensur unterliegen und zur Hofberichterstattung verurteilt sind. Saudische und emiratische Firmen haben Al Jazeera mit Werbeboykott belegt, weil die Berichterstattung aus deren Sicht allzu liberal ist. Der US-Regierung hingegen war Al Jazeera insbesondere wegen der kritischen Berichterstattung im jüngsten Irakkrieg ein Dorn im Auge. Präsident Bush hat tatsächlich im Jahr 2003 erwogen, die Station in Doha zu bombadieren, obwohl Qatar die Amerikaner beim Aufmarsch unterstützte. 2006 startet Al Jazeera International über Satellit als englischsprachiges Vollprogramm.
 
Wie in Dubai hat der Besitz von hochwertigen Autos einen hohen Stellenwert. Unverzichtbar im Wüstenstaat sind Offroader. Wir waren zugegen, als der Porsche Cayenne Club Doha sich traf. Ca. 25 hochgerüstete Fahrzeuge. Deutsche Fahrzeuge haben ohnehin ein hohes Ansehen. Seit der Markteinführung habe ich in Berlin weniger Autos der neuen S-Klasse gesehen als in 6 Tagen Doha. Teilweise klebten Importaufkleber an den Scheiben.
 
Sportwagen jeglicher Marke sind natürlich auch immer präsent. Scheichs scheinen eine Vorliebe für Ferrari zu haben. Dahinter eine neue S-Klasse in „kühlschrankmetallic“.
 
Die Liebe zum Automobil ist so groß, dass man Autos gerne auf Sockel stellt, z.B. so:
 
… oder so. Die Aufschrift heißt wohl: „An Deinem Fahrstil erkennt man Deinen Charakter.“ Die Fahrer hatten wohl einige Charakterschwächen.
 
 
Fazit: Doha ist als Urlaubsziel durchaus zu empfehlen. Im Vergleich zu Dubai geht es viel ruhiger und gelassener zu. Die Stadt und das Land sind überschaubar, so dass man in relativer kurzer Zeit einen guten Eindruck gewinnen und sich mit dem Mietwagen gut orientieren kann. Vieles ist noch ursprünglicher als in Dubai. Weil die Nachfrage noch gemäßigt ist, sind die Hotelpreise noch auf günstigem Niveau, ohne dass man in Leistung und Qualität Abstriche machen muss.
Wer hingegen eine pulsierende Weltstadt mit atemberaubenden Bauten in großer Zahl, Shopping bis zum Umfallen, Nightlife und Attraktionen sowie feinsandige Strände will und dabei weder überteuerte Hotels noch Dauerstau scheut, soll Dubai wählen. Dubai ist inzwischen ein Markenprodukt. Wohl nirgendwo auf der Welt werden Visionen so umfassend und so kurzfristig umgesetzt. Jeder weiß aber: für Markenprodukte muss man einen deutlichen Aufschlag bezahlen.
Wir werden jedenfalls der Region auch in Zukunft treu bleiben. Unsere Wege werden uns in Zukunft sowohl nach Dubai als auch in andere Emirate führen. Gerne auch wieder nach Doha. Mit oder ohne SLK.
 
Natürlich findet ihr die Bilder auch in der Gallery.
(1403 Wörter in diesem Bericht)
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